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Folgen von Stress für Körper und Psyche

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Ursprünglich ist Stress eine sinnvolle körperliche Reaktion, die die Leistungsfähigkeit erhöht, um Gefahren zu entgehen. Bei Stress beschleunigen sich Atmung und Herzschlag, die Sinne werden schärfer. Außerdem wird das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet. Der Körper befindet sich im Modus Kampf oder Flucht. Für die Vorfahren des modernen Menschen war dieser Zustand wichtig, um lebensgefährlichen Situationen zu entkommen oder gefährliche Auseinandersetzungen meistern zu können, zum Beispiel die Konfrontation mit einem wilden Tier. In aller Regel wird man in der Gegenwart nicht mehr von einem Säbelzahntiger gejagt. Die Abläufe, die bei Stress im Körper stattfinden, haben sich jedoch kaum verändert. Es gibt noch einen weiteren entscheidenden Unterschied zu früheren Zeiten: Für Steinzeitmenschen war Stress ein kurzfristiger Zustand, von dem sie sich danach erholen konnten. Genau hier liegt aktuell das Problem: Stress ist von einer kurzfristigen Reaktion auf eine akute Gefahr für viele Menschen zu einem Dauerzustand geworden. Während kurzfristiger Stress von Zeit zu Zeit gut weggesteckt wird, sind Körper und Psyche nicht darauf ausgelegt, permanent in einem Ausnahmezustand zu stecken. Deshalb zieht zu viel Stress letzten Endes Folgen für Körper und Seele nach sich. Wie schnell und wie stark man auf Stress reagiert, ist zudem von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Zu den Symptomen auf der körperlichen Ebene zählen beispielsweise Schlafstörungen und Erwachen in der Nacht. Auch Kopfschmerzen können von Stress ausgelöst werden. Eine andere mögliche Folge, die oft zunächst gar nicht auffällt, ist Zähneknirschen. Dieses Zähneknirschen passiert oft nachts und wird von den Betroffenen deshalb gar nicht registriert. Der Zahnarzt kann durch Spuren an den Zähnen die richtigen Schlüsse ziehen. Folgen, die man selbst wahrnehmen kann, können Kopfschmerzen oder Kieferschmerzen sein.
Wie sich der Körper bei Stress verhält, ist individuell verschieden. Bei manchen Personen beeinflusst er eher den Magen und die Verdauung, dann kann zu viel Stress Durchfall nach sich ziehen, aber auch Verstopfung oder Übelkeit und Erbrechen. Auch Appetitlosigkeit und Heißhungerattacken können stressbedingt sein.
Dass sich durch Stress der Puls erhöht und die Atmung flacher wird, kann zu Angstgefühlen führen. Stress beeinflusst auch die Fruchtbarkeit negativ, was sowohl für Männer als auch für Frauen gilt. Wenn man einen dauerhaft hohen Stresspegel nicht senkt, drohen auf lange Sicht sogar Bluthochdruck und Herzkrankheiten.

Die körperlichen und seelischen Folgen von Stress hängen eng zusammen. Die Schlafstörungen, die Stress häufig mit sich bringt, erhöhen das Risiko für Depressionen. Dabei ist Dauerstress schon für sich genommen ein Risikofaktor für Depressionen, der nicht zu unterschätzen ist. Stress kann jedoch auch verschiedene andere seelische Erkrankungen begünstigen oder nach sich ziehen. Dazu gehören chronische Angststörungen und Panikattacken sowie Burnout.
Chronische Müdigkeit kann mit Stress zusammenhängen, ebenfalls
Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie Antriebslosigkeit. Diese seelischen Folgen von Stress können wiederum den Alltag beeinflussen und die eigene Leistung verschlechtern, was zu neuem Stress und Ängsten führen kann.
Im Umgang mit anderen Menschen bemerkt man möglicherweise, dass man dünnhäutiger wird und schneller gereizt ist; die Nerven liegen blank.
Dauerstress hat nicht nur negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit, sondern auf der psychischen Ebene auch auf die Libido. Diese kann stark zurückgehen oder sogar überhaupt nicht mehr vorhanden sein.

Bei all den Arten, wie Stress die Gesundheit auf psychischer und physischer Ebene beeinflussen kann, ist es wichtig, möglichst früh die Stress-Spirale zu stoppen und sich Zeit zu verschaffen, um wieder durchzuatmen und zu entspannen. Sind bereits Stresssymptome vorhanden, ist es ein sinnvoller Schritt, sich Hilfe zu suchen. Im Idealfall schafft man es selbst, einen zu hohen Stresspegel zu bemerken und einen Riegel vorzuschieben, indem man feste Pausenzeiten einbaut und auch für einen Ausgleich im Alltag sorgt. Das kann zum Beispiel Sport sein, aber auch ein ganz anderes Hobby. Pausen sollte man dann auch wirklich einhalten und zur Not das Handy ganz ausschalten, denn ständige Erreichbarkeit gilt als einer der Faktoren, die Dauerstress häufig weiter befeuern.

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