Empfehlungen

  1. 1
  2. 2

Was Sie über Gelenkschmerzen wissen müssen: Ursachen & Behandlung

Eine Person, die den unteren Bereich der Ellbogen anfasst.

© Stasique AdobeStock 73732574

Gelenkschmerzen sind weit verbreitet und können auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein. Allein in Deutschland sind schätzungsweise mehr als 20 Millionen Personen bereits davon betroffen.

Einer der Hauptgründe für das Auftreten von Beschwerden ist die hohe Belastung, der unsere Gelenke tagtäglich ausgesetzt sind. Folglich nehmen die Beschwerden im Alter zu, da sich der Verschleiß im Laufe der Zeit erhöht. Neue Behandlungsmethoden können die Beschwerden sowie die Heilungschancen in einem frühen Stadium deutliche verbessern. Das Problem: nur die wenigsten Personen gehen zum Arzt!

Q&A: Ursachen & Symptome

Welche sind die häufigsten Ursachen für Gelenkprobleme?
Vorausgegangene oder bestehende Gelenkentzündungen sowie Verschleißerkrankungen sind meist die häufigste Ursache für Gelenkschmerzen.

Allgemeine Abnutzungen entstehen oft durch ungleichmäßige oder zu starke Belastung der Gelenkflächen:

Gelenkabnutzung (Arthrose):
zählt zu den häufigsten Gelenkerkrankungen und kann grundsätzlich an allen Gelenken auftreten. Dabei wird die Gelenkschicht an den Knorpeln zunehmend zerstört und führt dazu, dass das Gelenk weniger beweglich wird – es entzündet sich, schwillt an und schmerzt. Arthrose kann aber auch als Folge eines Unfalls oder Bandscheibenvorfalls auftreten.
Betroffen sind oft: Knie-, Hüft- und Sprunggelenke

Rheumatoide Arthritis:
hierbei handelt es sich um die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung, die meist chronisch voranschreitet und die betroffenen Gelenke sukzessive beschädigt. Ein typisches Symptom sind schmerzende, morgensteife Finger- und Handgelenke sowie Gelenkschwellungen.
Betroffen sind oft: Hand- und Fingergelenke, aber auch Knie, Ellenbogen und Schulter

Schleimbeutelentzündung:
zwischen den Knochen und dem Gewebe findet man die Schleimbeutel, die mit Flüssigkeit gefüllt und besonders starker Belastung ausgesetzt sind. Durch entzündliche oder mechanische Reizung (zum Beispiel beim Sport) können sich die Schleimbeutel entzünden und Schmerzen verursachen.
Betroffen sind oft: Hüfte, Ellenbogen, Knie und Schulter

Gicht:
bei einem Gichtanfall ist die Harnsäurekonzentration im Blut erhöht. Die Kristalle in der überschüssigen Harnsäure lagern sich unter anderem in den Gelenken ab und es kommt zu einem Gichtanfall mit heftigen Gelenkschmerzen und geröteten, geschwollenen Gelenken.
Betroffen sind oft: Gelenke in den Beinen, vorwiegend das Großzehengrundgelenk

Folgende Symptome können im Zuge von Gelenkerkrankungen auftreten:

• Fieber
• bewegungseinschränkende Schmerzen
• Rötung der Hautoberfläche um das Gelenk
• Schwellung des Gelenks

Wann sollte man zum Facharzt?
Spätestens nach drei Tagen beim Bestehen dieser Beschwerden sollte ein orthopädischer Facharzt aufgesucht werden. Es ist wichtig, Gelenkschmerzen ernst zu nehmen, da sie die Lebensqualität maßgeblich beeinflussen und schwerwiegende Folgen für die Gesundheit der Gelenke haben können.

Q&A: Was tun bei Gelenkschmerzen?

Wie werden Gelenkbeschwerden festgestellt?
Neben einem ausführlichen Anamnesegespräch spielen für den Arzt auch Informationen zu Krankheitsfällen in der Familie sowie Beruf und Hobbies eine Rolle. Außerdem ist eine klinische Untersuchung notwendig, in der die betroffenen Gelenke vom Arzt abgetastet werden.

Um einen eventuellen Verdacht zu bestätigen, sind noch weitere Untersuchungen nötig:

  • Blutuntersuchung
  • Ultraschall
  • Röntgen
  • Orthopädische Untersuchung
  • Dermatologische Untersuchung
  • Gelenkpunktion
  • etc.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung von Gelenkschmerzen hängt letztendlich von der Ursache ab. Schmerzmittel können die Beschwerden zwar kurzzeitig lindern, packen das Problem aber nicht an der Wurzel.

Empfohlen werden:

  • physiotherapeutische Übungen
  • Heilmassagen
  • gelenkschonende Maßnahmen
  • ev. medikamentöse Therapie (Rücksprache mit dem Arzt)

Tipps, die Sie selbst umsetzen können:

Körpergewicht reduzieren!
Jedes überschüssige Kilo belastet die Gelenke zusätzlich und sorgt für Beschwerden.

Kraft- und Ausdauertraining betreiben!
Besonders gelenkschonend sind beispielsweise Sportarten wie Schwimmen und Radfahren, aber auch regelmäßiges Krafttraining ist empfehlenswert. Lassen Sie sich hierzu von einem Sportarzt beraten.

Einseitige Belastungen vermeiden!
Das Tragen von schweren Taschen kann zu Beschwerden und Schmerzen führen.

Akupunktur!
Kann bei schmerzenden Gelenken Linderung verschaffen.

Können Gelenkschmerzen vorgebeugt werden?
Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sind wichtige Maßnahmen, um das Körpergewicht im gesunden Bereich zu halten und die Gelenke zu stärken und so letztendlich Gelenkbeschwerden vorzubeugen.

Es empfiehlt sich weiters auf Sicherheit beim Sport und im Alltag zu achten, um das Verletzungsrisiko und somit Schäden an Gelenken zu minimieren. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, der Verzehr von entzündungshemmenden Lebensmitteln wie Omega 3 sowie der Verzicht auf Nikotin können ebenfalls dabei unterstützen.

Es ist wichtig, Gelenkschmerzen ernst zu nehmen und bei Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen. Je früher eine Diagnose gestellt werden kann, desto besser sind die Chancen einen effektiven Therapieansatz einzuleiten. Sollte ein erhöhtes Risiko für Gelenkerkrankungen bestehen, sollte zudem auf eine gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen geachtet werden.

Zögern Sie nicht bei weiteren Fragen zu uns in die Apotheke zu kommen! Wir beraten Sie gerne.

Weitere Artikel

nach oben